nachgedacht
von Sebastian Gerhardt

Die Furcht vor dem Chaos

Erst vor ein paar Wochen hatte ich das Gefühl, dass die Arbeit über mir zusammenbricht. Das Chaos hat sich in meinem Büro und in meinem Kopf ausgetobt. Bloß nichts vergessen. Nur an alles Denken. Nicht, dass es auf der Veranstaltung (TEN SING) dann zu einem Problem kommt, nur weil ich etwas vergessen habe...

Vielleicht geht es dir in manchen Lebenslagen ähnlich. Eine große Last liegt auf deinen Schultern und du willst es unbedingt schaffen, obwohl du das Gefühl hast, dass um dich herum alles zusammenbricht.

Wenn man sich die Schöpfungsgeschichten des alten Orient ansieht, dann haben viele einen gewissen Urzustand gemeinsam. Einen Zustand, der war, bevor etwas geschaffen wurde. Ein Zustand, der war, bevor etwas geschah... Dieser ist meist mit Chaos zu beschreiben. So auch in der Bibel. Am Anfang war alles wüst und durcheinander (tohuwabohu). Dann folgt der Bericht, wie Gott die Welt geschaffen hat.

Der Schöpfungsbericht steht für eine verlässliche geordnete Botschaft an die Menschen. Es gibt etwas Beständiges in der sich immer wieder verändernden Welt. Etwas, was uns die Angst nehmen und Trost geben kann. Gott hat die Welt in einer guten Ordnung geschaffen und in dieser kann man leben. In dieser Welt kann ich leben. Doch die Welt wird auch von dem Chaos bedroht. Im alten Orient galt ein Schlangendrache als Symbol für das Chaos, welcher aus dem Meer immer wieder über die Menschen herfallen kann.

Die Gefahr im Chaos zu versinken, besteht auch heute noch. Sie ist nicht verschwunden. In der Situation vor ein paar Wochen hat es mir geholfen, die ganze Last an Gott abzugeben und auf sein Schaffen und Wirken zu vertrauen. Auch wenn das eine Botschaft ist, die sich schon sehr alt und ausgeleiert anhört. Das Chaos bedroht uns in verschiedenen Lebenslagen und da kann es hilfreich sein, wenn wir uns den Schöpfungsbereicht vor Augen halten: "Und Gott sah alles an was er gemacht hatte und siehe, es war sehr gut." Im Vertrauen auf Gott kann ich mich getrost dem Chaos meines Lebens stellen und sagen: " Gott hat alles wunderbar gemacht. Darauf vertraue ich und in diesem Vertrauen gehe ich ans Werk."
Und mit diesem Vertrauen kannst auch du deinen Tag bestehen.

Sebastian Gerhardt


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