1+2/09 Unterwegs notiert
3/09 Wahrheit / Lüge
4/09 Einsamkeit

MA-TIPP 4/09

 


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Heft 4/2009:

Einsamkeit

Inhaltsverzeichnis

Einsam oder allein – der große Unterschied

Alleinsein und Einsamkeit sind zwei Begriffe, die sehr oft in einem Atemzug verwendet werden und die für viele ein und dasselbe aussagen. Tatsächlich aber handelt es sich hier um zwei ganz verschiedene Dinge. Wo genau liegt der Unterschied? Wann sind wir allein und wann einsam?

Alleinsein ist zunächst eine neutrale Situationsbeschreibung. Wenn wir allein sind, ist das ein Zustand, der sich dadurch auszeichnet, dass da kein anderer Mensch bei uns ist – und das kann für uns positiv oder negativ sein. Alleinsein kann etwas sein, das wir bewusst wählen, um zu uns zu finden und Abstand von anderen zu gewinnen. Einsamkeit ist vor allem ein Gefühl, mit dem wir die Situation, in der wir sind (nämlich allein zu sein) negativ bewerten. Einsam können wir uns im Alleinsein fühlen, aber auch, wenn wir unter Menschen sind. Einsamkeit ist ein tiefer Schmerz darüber, dass wir uns niemandem nahe fühlen und mit keinem teilen können, was in uns ist.

Und was sagt die Wissenschaft dazu?

„Der Begriff Einsamkeit bezeichnet die Empfindung, von anderen Menschen getrennt und abgeschieden zu sein. Die Bewertung dieses Sachverhalts kann sehr unterschiedlich ausfallen, je nachdem, aus welchem Blickwinkel man ihn betrachtet: Während die Sozialwissenschaften in der Einsamkeit überwiegend eine Normabweichung und einen Mangel erblicken, billigen die Geisteswissenschaften der Einsamkeit auch positive Aspekte zu, im Sinne einer geistigen Erholungsstrategie, die notwendig sein kann, um die Gedanken zu ordnen oder Kreativität zu entwickeln.“ Soweit Wikipedia – und wie weiter?

Dazu will diese Mitarbeiterhilfe Anregungen liefern. Immerhin handelt es sich dabei ja um ein Thema, das Jugendlichen nicht fremd ist. Das folgende Gedicht drückt das aus.

Jemand hat zu mir gesprochen
und nicht an mir vorbei.
Jemand hat sich mit mir eingelassen
und nicht das Risiko gescheut.
Jemand hat mir zugehört
und nicht auf die Uhr gesehen.
Jemand hat sich mir zugewandt
und nicht unschuldige Augen gemacht.
Jemand hat mich mitgenommen
und nicht sitzen lassen.
Jemand hat sich helfen lassen
und nicht stolz abgelehnt.
Jemand hat sich als Christ bewährt.

(Josef Dirnbeck/Martin Gutl)

Der Redaktionskreis wünscht Euch, dass ihr in guter Gemeinschaft über Einsamkeit, ihre positiven Möglichkeiten und negativen Auswirkungen in ein Gespräch kommt, das Euch weiterbringt.

Euer Christoph Wolf
Dozent an der FH Moritzburg, Dresden