Aus dem FSJ – Jahr:
Wie es diesmal in Pockau begann
Montag früh, 5. Oktober 2009: Zwei junge Männer stehen am Dresdner Hauptbahnhof und fragen jeden weiblichen Passanten nach dessen Namen. Sie suchen irgend eine Antje, die sich hoffentlich um das Sachsenticket nach Pockau gekümmert hat. An diesem Ort, dessen Name beide noch nie gehört haben, soll ihr FSJ – Einführungsseminar stattfinden. Lange Momente des Wartens und einiger Fehlversuche verstreichen, bevor man schließlich zu fünft mit den richtigen Leuten die Reise ins nach wie vor unbekannte aber richtige Pockau antritt.
Während die Reise zu fünft in Dresden begann, endete sie ca. zu zwanzigst in Pockau. Man war also richtig. Ein strahlender Daniel Lommatzsch begrüßte die gutgelaunte Truppe am Bahnhof und transportierte Gepäck und Menschen in einigen Fuhren vom Bahnhof zur Strobelmühle, in welcher die Gruppe für die folgende Woche festsitzen sollte. Die Aufforderung, Telefonate und SMS an liebe Menschen möglichst noch auf der Fahrt zu erledigen, da in der Mühle an jegliche kabellose Kommunikation nicht zu denken sei, sorgte für einigen Unmut, den Daniel sichtlich genoss.
Die zunächst suboptimal wirkenden Voraussetzungen in Pockau stellten sich im Folgenden aber als wirkliche Bereicherung heraus. Man war „gezwungen“ seine Zeit mit den anderen FSJ’lern zu verbringen und konnte sich kaum anderweitig ablenken. Diesem Umstand ist es wohl auch zu verdanken, dass sich im Laufe der Woche eine unglaubliche Kommunikationsdynamik entwickelte, die sich fast auf die ganze Gruppe ausdehnte. Trotz ganz unterschiedlicher Vorprägungen im sozialen, geistigen und vor allem auch geistlichen Umfeld, hatte man bereits am zweiten Tag das Gefühl, viele der Teilnehmer schon lange zu kennen. Dieser Eindruck verstärkte sich noch durch das wirklich sehr gut abgestimmte Programm. Eine Mischung aus geistlichen Impulsen sowie der Vermittlung von Handwerkszeug für das FSJ bot Freiraum für eigene Ideen und deren Umsetzung. Highlight und Schwerpunkt zugleich war mit Sicherheit die Absolvierung des Niedrigseilparcours, bei dem sich zeigte, wie gut die Gruppe funktionierte und der Hochseilgarten. In neun Meter Höhe waren Nerven und auch etwas Mut gefragt, um z.B. über einen dünnen Baumstamm zu balancieren.
Bis spät in die Nacht wurde diskutiert, musiziert oder manchmal auch einfach nur gelacht und hätte es gerne noch weiter getan, wenn die Woche nicht viel zu schnell herum gewesen wäre. In Vorfreude auf das nächste Seminar im Januar und dem festen Versprechen an Daniel, dann ganz bestimmt am morgendlichen Sportprogramm teilzunehmen, verabschiedete man sich schließlich in die unterschiedlichen Einsatzstellen. Die Vorfreude wird wohl bleiben. Dass der morgendliche Sport in Dresden besser funktioniert, wage ich jedoch zu bezweifeln…
Stephanus Volke
FSJ’ler im CVJM Dresden e.V.


